
Die Champions League gilt als das prestigeträchtigste Vereinsturnier im europäischen Fußball. Fans auf der ganzen Welt verfolgen jedes Jahr mit Spannung den Wettbewerb. Nach der Einführung eines neuen Spielmodus in der aktuellen Spielzeit plant die UEFA mit dem Champions League Finale USA eine weitere revolutionäre Neuerung. Die Idee des Fußballverbandes nimmt allmählich Form an und steht schon seit einigen Jahren zur Diskussion.
Laut Expansionsplänen der UEFA in internationale Märkte und der anstehenden Neuvergabe der globalen Vermarktungsrechte 2027 könnte bis spätestens 2033 ein Champions League Finale in den Vereinigten Staaten stattfinden. Der Verband verhandelt bereits zusammen mit der European Club Association (ECA), einer Interessenvertretung der europäischen Fußballteams, und dem amerikanischen Sportmedienunternehmen Relevant Sports über eine konkrete Umsetzung des Vorhabens.
Für die Königsklasse bedeutet dies eine spektakuläre Veränderung des stark in Europa verwurzelten Wettbewerbs. Spiele des wichtigsten Europapokals wurden seit der Gründung in der Saison 1955/56 noch nie außerhalb des Kontinents ausgetragen.
Eine Expansion in die USA könnte das Spitzenturnier im europäischen Fußball auf das nächste Level bringen. Die Vereinigten Staaten zählen zu den lukrativsten und am schnellsten wachsenden Fußballmärkten weltweit und bieten daher ein großes Potenzial, noch mehr begeisterte Anhänger langfristig für den Wettbewerb zu gewinnen.
In Europa gilt die Champions League bereits als das wichtigste und bekannteste Vereinsturnier im Spitzenfußball. Die Königsklasse ist für jeden europäischen Fußballfan ein Begriff.
Im kommenden Jahr steht die nächste WM 2026 im Fußball in Kanada, Mexiko und den USA an. Das Turnier bietet dem Fußballsport eine einmalige Gelegenheit, durch die größte WM aller Zeiten, mit mehr teilnehmenden Teams und Spielen, an Popularität im nordamerikanischen Markt zu gewinnen. Die UEFA sieht spätestens nach der Vergabe der WM 2026 an Nordamerika den Kontinent als den Zukunftsmarkt des Profifußballs mit der Chance, die Einnahmequellen größtmöglich zu steigern.
Zuletzt verkaufte der Verband in einem spektakulären Deal die Übertragungsrechte für die Champions League und weitere Vereinswettbewerbe in den USA für knapp 1,5 Mrd. Euro an den Konzern Paramount Global, der hinter dem TV-Sender CBS steht.
Der Vertrag gilt für 6 Jahre und bringt der UEFA 250 Mio. Euro jährlich ein. Die Einnahmen zeigen, dass der Markt jenseits des Atlantiks bereits eine wichtige Rolle für den Fußballverband spielt.
Die aktuellen Verhandlungen des Gemeinschaftsprojektes UC3 zwischen UEFA und European Club Association (ECA) mit der Sportmarketing Agentur Relevant Sports über die weltweiten kommerziellen Rechte an der Champions League unterstreichen den Fokus des Verbandes auf den US-Markt. Hinter der Sportmedienfirma steht der US-Milliardär Stephen Ross, mit dessen Hilfe der Verband versucht, den Fußball weiter zu internationalisieren und europäische Fußballveranstaltungen in die USA zu bringen.
Die maßgebliche Beteiligung des Unternehmens an der Einführung des International Champions Cup hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, wie erfolgreich Relevant Sports Vereinsturniere mit europäischen Top-Teams in den Vereinigten Staaten vermarktet.
Ein Champions League Finale USA in einer Metropole wie New York könnte dem Wettbewerb noch mehr Popularität verleihen. Für den Verband und die Spitzenklubs aus Europa geht es bei der Partnerschaft nicht nur um mehr Prestige, sondern vor allem um mehr Einnahmen durch die Champions League Sponsoren, Medienrechte und Ticketverkäufe. Mit der Erschließung neuer Märkte versucht die UEFA auch künftig finanziell konkurrenzfähig zu bleiben.
Nach einer 35-jährigen Partnerschaft mit der Schweizer Agentur TEAM Marketing könnte durch einen Deal mit Relevant Sports eine neue Ära der Vermarktung der Champions League eingeleitet werden. Die bisherige Marketingagentur der UEFA mit Sitz in der Schweiz ist unter anderem für die Kreation der legendären Champions League Hymne, des Mottos sowie des Logos des Wettbewerbs und markanter Designelemente wie der berühmten Sterne auf dem Spielball bekannt.
Eine Zusammenarbeit mit Relevant Sports würde der Champions League ein neues Gesicht verleihen. Im Falle eines erfolgreichen Vertragsabschlusses wäre das in New York ansässige Unternehmen zunächst für die Bewerbung der Königsklasse von 2027 bis 2033 verantwortlich.
Vor allem bei Fans stößt das Vorhaben der UEFA auf Kritik. Ein Champions League Finale USA wäre ein Traditionsbruch und würde für unterstützende Fans der im Finale stehenden Vereine enorme Reisekosten bedeuten.
Weiterhin erschwert die Zeitverschiebung zwischen den Kontinenten für Zuschauer aus Europa, das Endspiel live im TV zu verfolgen. Große Champions League Vereine sehen dagegen in der möglichen Neuerung eine Chance, den Fußballsport global erfolgreicher zu vermarkten und von höheren Einnahmen zu profitieren.
Bereits jetzt werden nationale Supercup-Begegnungen europäischer Teams in Ländern wie Saudi-Arabien ausgetragen, um international an Prestige zu gewinnen. Solche Neuerungen gelten noch als Ausnahmen, was sich jedoch durch einen Mega-Deal zwischen der UEFA und Relevant Sports mit einem Champions League Finale USA schon bald ändern könnte.
Aktuell stehen die Endspielaustragungen lediglich bis zur Saison 2026/27 in Europa fest. Ob die Pläne der UEFA umzusetzen sind, bleibt vorerst abzuwarten.