Champions League Modus & Regeln 24/25

Artikel aktualisiert : 24/02/2025

Tim Oettinger

Tim Oettinger,Chefredakteur|Artikel aktualisiert : 24/02/2025

Der Champions League Modus wurde seit der offiziellen Einführung der sogenannten Königsklasse als Nachfolger des Europapokals der Landesmeister im Jahr 1992 bereits mehrfach verändert. Ein völlig neuer Champions League Modus wurde erst zur Spielzeit 2024/25 ins Leben gerufen. Wir erklären Dir im Folgenden genau, wie die Champions League fortan funktioniert und gehen auch auf einige Besonderheiten ein.

Champions League: neuer Modus zur Saison 2024/25

CL-Modus 2024/25Das ist neu
Teams36
VorrundeEine Tabelle, keine Gruppen
Spiele in der Vorrundeje 8
K.o.-PhasePlayoffs vor Achtelfinale
BesonderheitKein Abstieg in Europa League möglich

Der alte, allerdings jahrelang durchaus bewährte Champions League Modus mit 32 Mannschaften in acht Vierer-Gruppen hat ausgedient. Mit dem sogenannten Schweizer System wurde ein neuer Modus eingeführt, der Langeweile in der Vorrunde verhindern soll – und angesichts von 144 statt der bisherigen 96 Vorrundenspiele den sicherlich nicht ganz ungewünschten Nebeneffekt besserer Vermarktungsmöglichkeiten mit sich bringt.

Der Champions League Modus 24/25 und für die nächsten Jahre sieht vier Teilnehmer mehr vor, also 36 anstatt bislang 32 Mannschaften. Der Champions League Spielplan besagt: Alle 36 Teams werden in einer Tabelle geführt und absolvieren jeweils acht Vorrundenspiele, vier zu Hause und vier auswärts. Mittels Lostöpfen wird ein ausgewogener Spielplan mit einem Mix aus leichteren und schwierigeren Spielen sichergestellt.

Analog zu den nationalen Ligen gibt es für jeden Sieg drei Punkte und für ein Unentschieden einen Zähler. Nach den acht Spieltagen ziehen die ersten Acht der Tabelle auf direktem Wege ins Achtelfinale ein. Die Teams auf den Plätzen 25 bis 36 scheiden aus. Einen winterlichen Abstieg in die Europa League wie bislang gibt es nicht mehr.

Die Mannschaften auf den Plätzen 9 bis 24 kämpfen nach Abschluss der Vorrunde in Play-offs mit Hin- und Rückspielen um die übrigen acht Achtelfinal-Tickets. Für die acht Play-off-Verlierer ist der Wettbewerb nach dann zehn Partien beendet. Ab dem CL Achtelfinale geht es dann im bekannten K.o.-System weiter.

Neuer Champions League Modus – hat er Zukunft?

Der neue Champions League Modus wurde zur Saison 2024/25 eingeführt und besitzt bis auf Weiteres Gültigkeit – in jedem Fall aber bis zum Ende der Spielzeit 2026/27. Bis dahin hat die UEFA die TV-Rechte an der Königsklasse basierend auf dem neu geschaffenen Modus und den insgesamt 189 Spielen vergeben.

Zwischendurch wird zwar sicherlich eine Bewertung stattfinden, doch ob der Modus in einigen Jahren wieder verändert wird, ist im Moment nicht abzusehen. Wir gehen aber davon aus, dass das Rad kaum zurückgedreht wird. Der von manchem Traditionalisten gehegte Wunsch nach einem abgespeckten Wettbewerb ähnlich dem alten Europapokal der Landesmeister wird sich schon alleine aus monetären Gründen kaum erfüllen.

Champions League Modus: Punktgleichheit & mehr

Ein neuer Modus Champions League benötigt auch für den gemeinen Fan eine gewisse Anpassungszeit. Im aktuellen Fall sogar etwas mehr, denn die Änderungen sind durchaus umfassend. Bislang jedenfalls gab es noch keinen europäischen Fußballwettbewerb, der nach dem Schweizer System ausgespielt wurde. Wir erklären Dir deshalb im Folgenden im Detail, worauf es in den unterschiedlichen Phasen ankommt.

Champions League Regeln der Vorrunde

Alle 36 Mannschaften absolvieren acht Vorrundenspiele, genießen dabei vier Mal Heimrecht und müssen vier Mal auswärts ran. Die Ergebnisse fließen fortlaufend in eine Gesamttabelle ein. Die besten acht Mannschaften qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale, während die Teams auf den Rängen 9 bis 24 in den Champions League Play-offs die Chance auf den Sprung unter die letzten 16 erhalten. Wer schlechter als Platz 24 abschneidet, scheidet aus.

Nach bekanntem System gibt es drei Punkte für einen Sieg und einen Zähler für ein Unentschieden. Bei nur acht Spieltagen ist es indes nicht unwahrscheinlich, dass in der Endabrechnung zwei oder mehrere Mannschaften punktgleich sind.

Nach bekanntem System gibt es drei Punkte für einen Sieg und einen Zähler für ein Unentschieden. Bei nur acht Spieltagen ist es indes nicht unwahrscheinlich, dass in der Endabrechnung zwei oder mehrere Mannschaften punktgleich sind.

Bislang war bei Champions League Punktgleichheit der direkte Vergleich das wichtigste Kriterium. Weil im neuen Modus Champions League zwei punktgleiche Teams nicht zwangsläufig aufeinandergetroffen sind, entscheiden andere Faktoren über das Weiterkommen.

Um bei punktgleichen Teams die Endplatzierung zu ermitteln, werden nacheinander und in dieser Reihenfolge die aufgelisteten neun Kriterien herangezogen:

 

  1. 🔢 Tordifferenz
  2. ⚽ Anzahl erzielter Tore
  3. 🥅 Anzahl erzielter Auswärtstore
  4. 🥳 Anzahl Siege
  5. 💪 Anzahl Auswärtssiege
  6. 💯 Anzahl Punkte, die die jeweiligen acht Gegner der punktgleichen Klubs erspielt haben
  7. 🔢 Gemeinsame Tordifferenz der jeweiligen acht Gegner
  8. ⚽ Anzahl erzielter Tore der jeweiligen acht Gegner
  9. 🤝 Fairplay-Wertung
  10. 🏅 UEFA-Koeffizient

 

Modus der Champions League in der K.o.-Phase

In den Play-offs zum Achtelfinale gelten die Mannschaften, die die Vorrunde auf den Plätzen 9 bis 16 abgeschlossen haben, als gesetzt. Diese gesetzten Teams werden den Teams auf den Rängen 17 bis 24 zugelost und haben in den Rückspielen Heimrecht. Schon ab diesem Zeitpunkt sind Duelle zweier Vereine aus dem gleichen Land möglich.

Die acht Play-off-Sieger werden danach jeweils einem direkten Achtelfinalteilnehmer zugelost, müssen dann aber in der zweiten Partie auswärts ran.

Im Champions League neuer Modus gilt ab dem Achtelfinale analog zu einer WM- oder EM-Endrunde ein fester Turnierbaum. Weitere Champions League Auslosungen finden somit nicht statt.

Alle K.o.-Spiele mit Ausnahme vom Champions League Finale werden wie gehabt in Hin- und Rückspielen ausgetragen. Sollte nach dem Rückspiel Gleichstand herrschen, schließen sich eine 30-minütige Verlängerung und gegebenenfalls ein Elfmeterschießen an, um den Sieger zu ermitteln. Die 2021 abgeschaffte Auswärtstorregel gibt es auch im neuen Champions League Modus nicht mehr.

Wie kommt der neue Champions League Modus an?

Die Meinungen zum neuen Champions League Modus gingen von Anfang an auseinander. Daran hat sich auch nichts geändert, nachdem die ersten Spiele absolviert sind. Während Rekordnationalspieler und TV-Experte Lothar Matthäus „Spannung pur“ lobt und sich über den „Endspielcharakter“ mancher Vorrundenspiele freut, kommt aus dem Lager von Trainern und Spielern Kritik am nochmals voller gewordenen Terminkalender.

Ergebnisse wie das 9:2 des FC Bayern München gegen Dinamo Zagreb, ein 7:1 von Borussia Dortmund gegen Celtic Glasgow oder auch ein 6:0 von Atlético Madrid bei Sparta Prag kennzeichnen derweil eine Zwei-Klassen-Gesellschaft und dürften kaum einen neutralen Fan vor dem Fernseher fesseln. Weil 144 der insgesamt 189 Spiele letztlich nur dazu dienen, zwölf von 36 Startern auszusortieren, ist ein skeptischer Blick ebenfalls erlaubt.

Die hohe Anzahl an Spielen ist aber nötig, damit TV-Stationen und die Champions League Werbepartner für weiter steigende Einnahmen sorgen. Dass darunter die Attraktivität von einzelnen Spielen und zumindest in weiten Teilen der Vorrunde auch die des gesamten Wettbewerbs leiden können, nimmt man bei der UEFA offenkundig in Kauf. Unter dem Strich verdient der neue Champions League Modus aber Bewährungschancen über mehrere Jahre, ehe eine seriöse Bewertung möglich ist.