
Das Geschichtsbuch des Fußballs ist prall gefüllt mit legendären Spielen und Momenten, großen Emotionen und unglaublichen Storys. Doch der beliebteste Sport hat auch seine Schattenseiten. Diese 3 Fußball-Skandale haben uns in den letzten Jahren besonders schockiert – und einer davon macht uns noch heute Sorgen.
Betrunken ein Verkehrsschild stehlen, das ist so etwas wie eine Tradition. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass es eine verbotene Tradition ist – und man sollte mit diesem Szenario besonders aufpassen, wenn man am nächsten Tag etwas vorhat.
Zwei polnische Schiedsrichter vergaßen alle Regeln der Vernunft vor einem Qualifikationsspiel der Champions League, in dem sie als Videoschiedsrichter eingesetzt werden sollten.
In der polnischen Stadt Lubin schauten sie an einem Montag tief ins Glas und stahlen dann mit einem weiteren Mann ein Verkehrsschild. In der Folge machten Passanten die Polizei auf das Trio aufmerksam, die die Männer festnahm – das sollte einem Champions League Schiedsrichter nicht passieren!
Ein Alkoholtest ergab, dass die Männer „stark betrunken“ waren, wie die polnische Polizei bekanntgab. Die Polizisten stecken sie in die Ausnüchterungszelle und zeigten sie wegen „Zerstörung der Verkehrsinfrastruktur“ an. Keine ideale Vorbereitung für die beiden Schiedsrichter.
An diesem Dienstagabend fand in Lubin die Partie zwischen Dynamo Kiew und den Glasgow Rangers statt – und zwar ohne die beiden polnischen Schiedsrichter, die normalerweise in der polnischen Ekstraklase pfiffen. Die dpa fand heraus, dass sie von der UEFA ausgetauscht wurden und zwei andere Videoschiedsrichter zum Einsatz kamen.
Beim zweiten großen Fußballskandal der letzten Jahre spielt Jürgen Klopp eine Rolle. Als der Deutsche noch Trainer des FC Liverpool war, sah er sich heftigen Beleidigungen des Schiedsrichters David Coote ausgesetzt. In einem Video, welches den Weg an die Öffentlichkeit fand, nannte Coote Klopp „verdammt arrogant“ und besah ihn noch mit vielen weiten Beleidigungen. Den FC Liverpool beleidigte er ebenfalls.
Als wäre der Skandal noch nicht groß genug, tauchte wenig später ein weiteres Video von Coote auf, in dem er Kokain konsumierte. Besonders pikant: Schauplatz des Clips war ein Zimmer in einem Hotel in Deutschland, das während der Europameisterschaft 2024 von der UEFA bezahlt wurde. Ein großer Fußball-Skandal; der englische Verband suspendierte den Schiedsrichter.
Lang blieb es in der Folge nicht still um Coote. Er gab der englischen Boulevardzeitung Sun ein Interview, in dem er mit 42 Jahren sein Coming-out hatte. Coote erklärte, dass er schwul sei und seine sexuelle Orientierung vor der Macho-Welt des Fußballs geheim hielt, was wiederum ein Grund für sein Fehlverhalten gewesen sei.
Unser dritter Fußball-Skandal ist nicht auf eine bestimmte Geschichte reduziert, es handelt sich um ein System, das wir mit großer Skepsis betrachtet: die Multi Club Ownership. Hinter dem Begriff steht der Trend, dass ein Investor oder eine Investorengruppe einen Großteil der Anteile an mehreren Klubs besitzt.
Die größten dieser Netzwerke sind die City Football Group und Red Bull Multi Club Ownership. Zu Letzterem gehören unter anderem RB Leipzig, RB Salzburg, Leeds United und die New York Red Bulls.
Die City Football Group umfasst 13 Vereine. Aushängeschild ist Manchester City, mit dem FC Girona besitzt die Investorengruppe einen weiteren Champions-League-Teilnehmer.
Mehrheitlich ist die City Football Group im Besitz der Abu Dhabi United Group – und da sind wir beim Thema. Die Gruppe wird von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan angeführt, einem Mitglied der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi in den Vereinigen Arabischen Emiraten.
Mit dem Besitz von großen Fußballklubs, die Titel gewinnen und viele Fans haben, versuchen einige Staaten, Sportswashing to betreiben. Unter dem Begriff versteht man den Versuch, durch den Sport die Reputation und das Ansehen in der Weltgemeinschaft zu verbessern.
Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar (unter anderem Paris Saint-Germain) und Saudi-Arabien (unter anderem Newcastle United), wollen damit unter anderem Vorwürfe rund um Menschenrechtsverletzungen vergessen machen.
Bilanzfälschung ist ebenfalls eine Gefahr, welche durch die Ownership-Netzwerke gegeben ist. Und dann ist da noch die Wettbewerbsverzerrung. Teams, die zu einem Netzwerk gehören, können Spieler transferieren, ohne dass ein wirklicher Wettbewerb gegeben ist.
Diese Methode ist besonders gut zwischen RB Salzburg und RB Leipzig zu beachten. In den letzten Jahren haben viele Spieler den Weg von Salzburg nach Leipzig gefunden.
Das System bringt uns dazu, noch eine weitere Frage zu stellen: Was passiert, wenn zwei Mannschaften einer Ownership in einem Wettbewerb wie der Champions League aufeinandertreffen?
Je nach Konstellation könnte dann womöglich so etwas wie bei einem großen Skandal der Fußball-Geschichte passieren.
Wir meinen den Nichtangriffspakt von Gijon aus dem Jahr 1982, der in die Geschichtsbücher eingingen. Damals schien es bei einem Vorrundenspiel der Weltmeisterschaft, als hätten die Spieler von Deutschland und Österreich einen Nichtangriffspakt geschlossen. Mit dem 0:0 kamen beide Mannschaften weiter.